Unter
einem Naturgarten wird meistens ein vom Menschen unbeeinflußter
verwilderter Garten verstanden. Das ist nur teilweise richtig.
Ohne regelmäßige Pflege würde ein verwilderter
Garten ganz schnell verbuschen bzw verwalden, oder es würden
einzelne wenige Arten den ganzen Garten dominieren. Ich verstehe
es daher als Ziel eines Naturgartens, eine möglichst große
Artenvielfalt bodenständiger Pflanzen auf naturnahe Weise
(siehe dazu die 10 Naturgartenregeln) zu pflegen. Ein Naturgarten
bietet wie kein anderer Gartentyp vielfältig Nahrung für
Singvögel, kleine Wildtiere, Fledermäuse, Amphibien,
Wildbienen, Libellen, Schmetterlinge, Käfer, sonstige
Insekten.
Für
seine Entwicklung sind viele Jahre Geduld erforderlich. Im
Vergleich zum normalen Garten mit großem Anteil
Rasenfläche ist ein wesentlich höherer Pflegeaufwand
erforderlich und die Benützbarkeit während der
Vegetationsperiode stark eingeschränkt. Selten aber doch
können Nachbargärten durch Samenflug, Insekten oder
Frösche beeinträchtigt werden.
Damit
sich Wildpflanzen im Garten von menschlichen Einflüßen
so ungestört wie möglich entwickeln können:
10
Naturgartenregeln
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1
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Naturnahe
Strukturen schaffen
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Möglichst
viele kleinräumige naturnahe Strukturen schaffen, ohne
bereits bestehende naturnahe Flächen zu beeinträchtigen.
(Sandhaufen, Komposthaufen, Totholzhaufen, Steinhaufen –
Abgrabungen, Anschüttungen etc) und vorhandene
Gartenelemente naturnah gestalten. Bedarf besteht meist an
feuchteren Flächen und Wasserstellen. Naturnahe
Gartenteichufer ohne Schotterwüsten anlegen. Auch der Umbau
von Schwimmbecken in Schwimmteiche ist „in“.
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2
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Keine
künstliche Düngung, keine künstlichen Böden
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Keinen
Kunstdünger, chem. Spritzmittel, sonstige Stoffe einbringen,
Verzicht auf jegliche Chemie. Beim Bau von Siedlungshäusern
natürlich gewachsene Bodenschichten bestmöglich
erhalten und bodenständigen Humus verwenden.
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3
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Naturnah
pflegen
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Keinen
Grassamen streuen; durch entsprechende Schnitthöhe und
geringe Mähzahl die Wildkräuter fördern.
Schnittgut abtransportieren und kompostieren, oder in
Teilbereichen auf die Mahd überhaupt verzichten.
Brachflächen von selbst begrünen lassen.
Abschnittsweise mähen und dabei die Samenreifung abwarten.
Ameisenhaufen stehen lassen. Eßbare Wildfrüchte nur
teilweise abernten.
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4
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Laub
und Zweige teilweise liegenlassen
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Fallaub,
Zweige, Totholz nur teilweise oder überhaupt nicht
entfernen, Rest kompostieren und wieder als Humus verwenden.
Verzicht auf Biotonne und Laubsauger.
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5
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Keine
künstliche Bewässerung
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Verzicht
auf künstliche Bewässerung der Gartenflächen und
Gewässer, ev. Bewässerung über Regenabfallrohre.
Regenwässer von Gebäuden wenn möglich im Boden
versickern lassen. Möglichst keine Versiegelung von Wegen
und Terrassenflächen, keine betonierten Gartenflächen.
Verzicht auf künstliche Wasserbewegung,
Schwebstoffreinigung, Eisfreihaltung, Schlammabsaugung des
Wassers in Gartenteichen. Verzicht auf künstliche
Belichtung.
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6
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Artenvielfalt
fördern
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Durch
das teilweise Entfernen zu dominanter Pflanzen wie zB
Schwarznessel, Astern soll die Artenvielfalt gefördert
werden. Auch kriechende Pflanzen wie Efeu, Klematis, Zaunrübe,
Wilder Wein sollen in der Ausbreitung begrenzt werden. Bester
Jätzeitpunkt ist der Herbst. Wildpflanzensamen soll wenn
Überhaupt nur in kleinen Mengen gestreut werden, die
Wildpflanzen müssen sich dann selbst weiterentwickeln und
ihren besten Standort suchen. >Kein Einsetzen von Pflanzen!
Auch im Gartenteich dürfen sich die Pflanzen ihren Standort
selbst suchen. Großröhricht wuchert zuviel für
einen kleinen Gartenteich und neigt zur Dominanz.
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7
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Heimische
Pflanzen fördern
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Standortgerechte
und landschaftstypische Pflanzen fördern. Nicht
mitteleuropäische Pflanzen mit wenigen Ausnahmen entfernen.
Auf Zuchtformen soll ebenfalls verzichtet werden.
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8
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Naturschutz
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Seltenen
oder bedrohten heimischen Pflanzen und Tieren Lebensraum
ermöglichen und sie besonders fördern.
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9
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Kein
Großwild
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Großwild
wird ohnedies meist durch den Gartenzaun abgehalten. Der Igel
soll noch unter dem Gartenzaun durchkriechen können. Fische,
Wildenten gehören nicht in einen kleinen Gartenteich. Katzen
und Marder können nicht verhindert werden, sind jedoch eine
ständige Gefahr für Kleintiere, Amphibien.
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10
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Wiesen
nicht betreten
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In
der Vegetationszeit soll die Wiese nicht betreten werden, da die
meisten Wiesenpflanzen nicht trittverträglich sind.
Natürlich soll der Garten auch für den Besucher nutzbar
sein, dafür können Terrassen, Zugangswege und
Trittsteine zur Verfügung stehen.
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Selbstverständlich
hat jeder seine eigenen Vorstellungen zur Gestaltung eines
Gartens. Die Naturgartenregeln sollen hier nur als Anregung
gedacht sein, um ein ähnliches Abbild der Natur in den
Garten zu bekommen.
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